Natur- und Umweltschutz in den Europäischen Regionen

Freitag, 11. August 2017

Bauanleitung „Kräuterspirale“


Die Kräuterspirale – manche sagen auch „Kräuterschnecke“ - findet immer mehr Anhänger. Der Vorteil: Auch auf kleinstem Raum kann man viele Küchenkräuter mit verschiedenen Bodenansprüchen anpflanzen. So lieben mediterrane Kräuter wie Lavendel, eher trockene und nährstoffarme Böden; andere, wie z.B. Dill, bevorzugen nährstoffreine und feuchte Böden.

Schön sind Lesesteine vom Acker

Eine Kräuterspirale, die bis zu einem Meter hoch sein kann, sollte auf einem vollsonnigen Platz von bis zu 4 Quadratmeter Größe entstehen und sich nach Süden öffnen. Für die Einfassung werden Steine benötigt, etwa Lesesteine vom Acker, aber auch Ziegelsteine und Betonsteine finden Verwendung. Des Weiteren werden benötigt: Kies für die erste Schicht („Drainage“), Humus, Sand für die trockene Zone, Kompost für den nährstoffreiche und feuchte Zone.

Die ersten Schritte

Den Boden etwa zehn Zentimeter tief ausstechen.  Mit einer Schnur an einem Stock, den man in den Mittelpunkt des „Kreises“ einschlägt, wird jetzt der Spiralverlauf markiert. Entlang dieser Markierung werden nun die ersten Steine gesetzt. Da für diese „Basis“ Lesesteine zu wertvoll sind, kann mach auch Betonsteine verwenden, die man nachher nicht mehr sieht. Danach füllt man den Rest der Spiralfläche mit grobem Kies oder Schotter auf. Diese Maßnahme hilft, dass Staunässe vermieden wird. Jetzt wird mit den Lesesteinen die Mauer aufgebaut, bis 1 Meter hoch, nach außen in der Höhe abnehmend, bis am „Ausgang“ die Spirale ins ebenerdige Gelände übergeht. Die Steine sollten mit leichter Neigung nach innen verlegt werden, damit sie beim Befüllen mit Boden nicht nach außen wegbrechen. Man sollte die Steine nicht verfugen, damit Kleintiere Unterschlupf finden.

Spirale befüllen

Wie die einzelnen Flächen zwischen den Steinen befüllt werden, hängt davon ab, welchen Pflanzen man welchen Standort zuweist. Im Schneckeninnern sollte man für die mediterranen Kräuter statt Kompost lieber eine Mischung aus Sand und Humus beigeben. Beim Befüllen der restlichen Flächen erhöht man die Beigabe von Kompost und verringert die Vermischung mit Sand, bis die Spirale komplett mit Erde, Humus, Kompost und Sand befüllt ist.

Kräuter setzen

Für die einzelnen Sorten sucht man jetzt den idealen Standort aus – siehe Übersicht. Bedenken sollte man, dass manche Kräuter ein sehr schnelles Wachstum haben und unterschiedlich hoch wachsen. Mitunter macht es Sinn, einzelne Kräuter im Topf anzupflanzen, um deren Ausdehnung in der Fläche zu minimieren. Nach dem Setzen werden die Kräuter sanft gegossen.

Welche Kräuter wohin?

Nasser Boden: Brunnenkresse, Kalmus, Pfefferminze.
Feuchter Boden: Dill, Petersilie, Kerbel, Basilikum, Schnittlauch.
Neutrale Boden: Fenchel, Kapuzinerkresse, Koriander, Pimpinelle, Rauke, Zitronenmelisse.
Trockener Boden: Bohnenkraut, Majoran, Lavendel, Rosmarin, Salbei, Thymian.

Bienen...

Übrigens: Die Kräuter auf der Spirale locken eine Vielzahl von Insekten, wie Bienen, Hummeln und Falter an. Somit ist die Kräuterspirale auch ein wichtiger Beitrag zum Naturschutz im eigenen Garten. – Text/Fotos © Dr. Ernst Hoplitschek

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