Natur- und Umweltschutz in den Europäischen Regionen

Donnerstag, 3. August 2017

„Diesel-Gipfel“ eine einzige Enttäuschung – Autobosse freuen sich - Politiker versagen

Auslaufmodell "Benziner" Foto © EH

Dieser Gipfel vom 02. August 2017 in Berlin geht in die Umweltschutzgeschichte der Bundesrepublik als ein „Negativgipfel“ ein. Autokonzerne, einige Bundesministerien sowie Ministerpräsidenten von „Autobundesländern“ wie Baden-Württemberg (Daimler) etc. versagten auf der ganzen Linie. Statt  die Verursacher des Abgaskandals zur Verantwortung zu ziehen sowie wirksame Maßnahmen gegen die Stickoxidbelastung zu beschließen, beließ man es bei wachsweichen Appellen. Die Konzernbosse dürfen sich freuen: Statt jedes belastete Dieselfahrzeug auf deren Kosten technisch umzurüsten, entschied man sich auf dem Gipfel für reine, aber kostengünstigere „Software-Updates“, die überdies noch nicht einmal für die Autoindustrie verpflichtend sind. 

Keine Perspektivpolitik

Es ist geradezu grotesk, dass in einer Zeit, wo  Experten das baldige „Aus“ für den Verbrennungsmotor prognostizieren und Länder wie Frankreich eine attraktive „Abwrackprämie“ in Höhe von bis zu 10.000 Euro für den „Umstieg“ subventioniert, und eine Auto-Marke wie VOLVO ab 2019 nur noch Modelle mit Elektro- und Hybridantrieb bauen will, hält Deutschland am „Benziner“ fest. Das ist keine Perspektivpolitik, sondern ein Rückschritt. Sie ist auch ökonomisch irrational und  bestärkt nur die internationale Konkurrenz, die die Produktion von Autos mit Elektroantrieb mit Verve betreibt. Auch das Argument, man dürfe keine Jobs am „Auto-Standort Deutschland“ gefährden, kann langfristig nicht verfangen, da es Jobs in einer ohnehin historischen auslaufenden Branche sind, deren Mitarbeiter Gefahr laufen, tatsächlich alle arbeitslos zu werden, weil die Konzernlenker und der Staat es versäumt haben, viel Geld in die Hand zu nehmen, um diese „Autorevolution“ zu bestehen.

Fazit

Die „Lobbyisten“, so mein Fazit, haben beim „Diesel-Gipfel“ ganze Arbeit geleistet und sichern der Autoindustrie weiter ihre satten Gewinne zu Lasten der Umwelt und der Gesundheit der Menschen zu. Meine Forderung: Mittels eines Gipfels, auch unter der Beteiligung von Verbraucherschutz- und Umweltverbänden - die man nach Berlin nicht eingeladen hatte, – müsste höchst dringlich über die Zukunft der Mobilität generell beraten und entschieden werden. - Text/Foto: Dr. Ernst Hoplitschek

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